Repowering in Nicaragua

Langjährige Erfahrung und Zugang zu einer großen Anzahl von Windenergieanlagen befähigen die GFW GmbH & Co KG – wie kein anderes Unternehmen – zur Umsetzung von Repowering-Projekten. So hat GFW gemeinsam mit dem Unternehmen Windservice NF in Rantrum, mit dem GFW seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft gepflegt, bereits in 2004 die erste Windenergieanlage nach Demontage und Generalüberholung nach Nicaragua versandt. Diese wurde dort vom 13.11.2004 bis zum 23.11.2004 errichtet und in Betrieb genommen.

In diesem Zeitraum erfolgten Errichtung, Installation, die Inbetriebnahme, sowie die Einweisung und Schulung der Techniker, die die Anlage betreuen.

 

 

Die Vestas V27-Anlage hat einen Gittermast, mit einer Nabenhöhe von 30 Metern. Grundsätzlich war die Verwendung des Gittermastes die beste Lösung, da dieser einfach in einem Seecontainer, zusammen mit den Anlagenkomponenten, verstaut und transportiert werden konnte.

Errichtet wurde die Anlage in unmittelbarer Nähe zu einem staatlich geführten Ausbildungszentrum für diverse technische Berufe. So war auch die Windenergieanlage angeschafft worden, um eben die dortigen Auszubildenden mit der Technik der Windenenergienutzung vertraut zu machen und die Anlage eigenständig warten und bei Störungen reparieren zu können.

Unterstützt wurde das Projekt von einer österreichischen Hochschule, die dort eine enge Partnerschaft mit dem nicaraguanischen Ausbildungszentrum pflegt.
Die Errichtung der Anlage erfolgte mit Mitarbeitern des örtlichen Ausbildungszentrums. Udo Neumann, Geschäftsführer und Inhaber der Fa. Windservice NF, sowie Jürgen Fuhrländer, reisten gemeinsam nach Nicaragua.
Die Unterbringung erfolgte im Hotel Austria in der Stadt Lèon. Dieses Hotel wird von Herrn Peter Waldsam geführt. Er ist Österreicher und wohnt seit vielen Jahren in Nicaragua. Dank seiner Hilfe konnten viele Dinge auf „kurzem Wege” geregelt und viele Kommunikationsprobleme gelöst werden.

Überwindung von Hindernissen

Insgesamt stellten sich Errichtung, Installation und Inbetriebnahme erheblich schwieriger dar, als ursprünglich erwartet.
So war bereits die Anfahrt des Krans, der für die Errichtung bestellt worden war, ein schwieriges Unterfangen.
Dieser fiel schon beim Rangieren in der Zufahrt zur Anlage aufgrund eines Getriebeschadens aus.
Es gelang jedoch, den Kran mittels der Transportfahrzeuge in eine Position zu bringen, die die Errichtung ermöglichte. Der Kranunternehmer, ein örtliches Unternehmen in Managua, hatte angekündigt, man müsse die Errichtung abbrechen und in Costa Rica zunächst ein Ersatzteil besorgen. Dies würde jedoch mindestens 4 Wochen Zeit in Anspruch nehmen.
Da allerdings alle Kranfunktionen gegeben waren, konnte der Kran – einmal in Position – die Anlagenerrichtung vornehmen.
Die insgesamt veranschlagten Kosten für den Kraneinsatz ließen Spielraum, um einen gleichwertigen Kran, vollständig und in identischem Zustand erwerben zu können.

Störungsfreie Errichtung mit Überraschung

Die eigentliche Errichtung war natürlich kein Problem. Dies erfolgte ohne weitere Störungen und Unterbrechungen. Anschließend machte sich das Team an die Installation, sowie die Vorbereitung zur Inbetriebnahme. Auch dies erfolgte, bis auf die Beseitigung einiger Klemmfehler in den netzseitigen Anschlüssen, ohne sonstige Besonderheiten. 
Nach vollständiger Inbetriebnahme und der Produktion der ersten Kilowattstunden kam es jedoch zu einem Ausfall, den es zu erwähnen lohnt.
Udo Neumann hatte die betriebsrelevanten Parameter in die Anlagensteuerung eingegeben und Jürgen Fuhrländer nahm einige Messungen am Schaltschrank vor, um sämtliche Schutzfunktionen an das örtliche 60-Hz-Netz anzupassen.
Plötzlich fiel die Anlage aus. Es war keinerlei Spannungsversorgung vorhanden. Peter Waldsam, der während der gesamten Inbetriebnahme anwesend war, sagte, dass derartige Netzausfälle in Nicaragua nicht unüblich seien und mehrmals täglich vorkämen.
Dies war also die Erklärung! Keine Anlagenstörung, sondern einfach nur: Netzabschaltung.

Doch dann stellte sich ein völlig unvermutetes Phänomen ein
Das Netz wurde nach einer ca. 40-minütigen Unterbrechung wieder zugeschaltet. Die Anlage konnte jedoch nicht wieder in Betrieb gehen. Ursache war ein Phasenfolge-Fehler, also ein falsches Drehfeld. Jürgen Fuhrländer war sich absolut sicher, dass zu Beginn der Inbetriebnahme rechtes Drehfeld netzseitig anstand. Nach erneuter Messung des Drehfeldes stellte sich heraus, dass linkes Drehfeld anstand. Die Ursache dazu suchte das Team natürlich in und an der Anlage.

Erst als die Auszubildenden aus dem Ausbildungszentrum berichteten, dass auch ihre Drehmaschinen plötzlich in die andere Richtung drehten, konnte die Zuordnung zu der vorherigen Netzabschaltung und der Wiederzuschaltung hergestellt werden.

Das Netz kam nach Wiederzuschalten mit linkem Drehfeld. Dies wurde dann nach ca. 30-Minuten, nach einer erneuten, kurzen Abschaltung korrigiert. Die Anlage wurde anschließend noch einige Zeit durch telefonischen Support, sowie Ersatzteile betreut. Insgesamt betreute das Team die Anlage dann anschließend längere Zeit telefonisch durch Hilfestellung, sowie mit Ersatzteilen.

Alles in allem ein sehr gutes, hilfreiches Projekt aus der Repowering-Szene der Anfänge!